Zwei Menschenrechtsverteidiger sind eingeschüchtert worden, nachdem das papuanische Advocacy-Netzwerk "JAPH-HAM" eine Presseerklärung über Einsätze indonesischer Sicherheitskräfte veröffentlicht hatte. Die Einsätze fanden angeblich zwischen dem 12. und 15. Dezember 2017 im der zentralen Bergland im Landkreis Nduga statt. Der Vorsitzende von JAPH-HAM, Theo Hesegem, wurde daraufhin von einem Mitglied des indonesischen Geheimdienstes (BIN) befragt, erhielt einen Telefonanruf von einem Vertreter des Militärs und SMS-Drohungen.

Am 19. Dezember 2017 wurde Theo Hesegem von einem Geheimdienst mitarbeiter abgefangen, nachdem er in einem Interview beim Radiosender RRI in Wamena über die Sicherheitseinsätze in Nduga gesprochen hatte. Das Geheimdienstmitarbeiter forderte Theo dazu auf Angaben zu seiner Identität und der Identität seiner Frau zu machen. Als Theo fragte, weshalb die Identität seiner Frau erforderlich sei, gab der Geheimdienstmitarbeiter keine weitere Auskunft. Am 21. Dezember 2017 erklärte ein Mitglied des Cenderawasih Militärkommandos Theo Hesegem am Telefon, dass die Informationen in der Pressemitteilung nicht wahr seien. Drei Tage später, am 24. Dezember 2017, erhielt Theo Hesegem per SMS eine Drohung mit den Worten "... geschweige denn wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen gefeuert zu werden, unser Körper und Geist sind bereit, geopfert zu werden ... Aber bitte !!! Hör auf, uns zu verleumden ... denn Verleumdung ist schmerzhafter als der Tod !!!!"

Die indonesische Website Stopfitnah.com startete ebenfalls einen Versuch Veronica Koman, eine Menschenrechtsanwältin und Aktivistin aus Jakarta, zu diskreditieren. Veronica Koman hatte über ihren Twitter-Account und in einem Interview mit dem indonesischen Nachrichtenmagazin "TEMPO" die Sicherheitseinsätze in Nduga thematisiert. Die Webseite nannte die Nachrichen einen „Hoax“ und beschuldigte Veronica, sie verbreitet unbestätigte Informationen von unbekannten Quellen.

Der Leiter der Informationseinheit der XVII. Militäreinheit Cenderawasih, Infanterie Oberst Aidi streitete in einem Interview mit "TEMPO"ab, dass das Militär im Landkreis Nduga Angriffe gegen Zivilisten verübt haben sollen. Aidi behauptete, die Menschenrechtskoalition habe einseitige Informationen von Angehörigen der separatistischen Befreiungsarmee TPN erhalten und schlug vor ein gemeinsames Team zur Untersuchung der Vorwürfe zu gründen.