Papuans Behind Bars (PBB) hat auf seiner Webseite einen neuen Bericht veröffentlicht, welcher die systematische Belästigung und Einschüchterung von Studenten aus Westpapua in anderen Teilen Indonesiens thematisiert. Der Bericht umfaßt Fälle aus mehreren indonesischen Städten, die sich zwischen September und Dezember 2017 ereigneten. Studentenbewegungen wie die AMP ('Aliansi Mahasiswa Papua') und andere zivilgesellschaftliche Gruppen aus Papua berichteten über mehrere Fälle, in denen Sicherheitskräfte Studenten aus Westpapua willkürlich verhafteten und einschüchterten. In einem Fall kam es auch zu körperlicher Misshandlung. PBB sieht die Vorfälle als Teil eines Trends, die zivilen und politischen Rechte indigener Papua in Indonesien - insbesondere die Meinungs- und Versammlungsfreiheit – stark einzuschränken. In den vergangenen vier Jahren haben Polizei, Militär und paramilitärische Gruppen in verschiedenen Teilen Indonesiens wiederholt Studenten aus Westpapua daran gehindert, von ihrem Recht auf friedliche Versammlung und freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen.

Fälle von Einschüchterung und Schikanierung von Studenten aus Westpapua wurden aus den Städten Manado und Tomohon (Nord-Sulawesi) sowie Bandung (West-Java), Malang (Ost-Java), Jember (Ost-Java) und Jakarta gemeldet. Die Vorfälle scheinen Teil einer systematischen indonesienweiten Polizeistrategie zu sein, persönliche Daten von papua-stämmigen Studenten in Wohnheimen und privaten Mietshäusern zu sammeln. Alle Fälle zeigen ein ähnliches Muster auf: Polizeibeamte verschafften sich unbefugten Zutritt zu Studentenwohnheimen und Privathäusern ohne einen Durchsuchungsbefehl vorzuweisen. Die Beamten nahmen Fotos von den Bewohnern und befragten Studenten. Der schwerste Verstoß wurde aus Jember berichtet. Am 17. November 2017 stürmten mehr als ein Dutzend Sicherheitskräfte ein Miethaus, schlugen drei schlafende Studenten aus Westpapua und verwüsteten die Räume.

Der Bericht von 'Papuans Behind Bars' kann hier heruntergeladen werden.