Die Papua-Nachrichtenplattformen Tabloid Jubi und Suara Papua berichteten vom Tod einer 55-jährigen Frau namens Emakulata Kolaka Emakeparo. Sie war eine indigene Papua und gehörte dem Kamoro-Stamm an. Der Vorfall ereignete sich am 3. Februar 2018 um ca. 22 Uhr, als Emakulata Emakeparo und ihr Ehemann in einem kleinen Kanu einen Fluss in der Nähe des Amamare Frachtdocks in Ost-Mimika überquerten. Die Obduktion ergab, dass die Todesursache ein Kopfschuss durch die Stirn gewesen sei. Laut Vizechef der Regionalpolizei Papuas (POLDA Papua), Yakobus Marjuki, wurde dieser durch einen Querschläger während eines eskalierten Konflikts zwischen Polizei und örtlichen Dorfbewohnern verursacht.

Zwanzig Minuten vor dem Vorfall hatten Beamte der mobilen Brigade der Polizei drei Männer verhaftet, die angeblich Mineralkonzentrat am Amamare Frachtdock gestohlen hatten. Von diesem Ort transportiert das Bergbauunternehmen PT Freeport Indonesia das Rohmaterial zur Weiterverarbeitung. Einer der Männer sprang beim Fluchtversuch in den Fluss und rief um Hilfe. Als Emakulata Emakeparo und ihr Mann die Rufe hörten, wollten sie sehen, was vor sich ging. Emakeparo trug eine Taschenlampe bei sich, da es bereits dunkel war. Ihr Mann hörte drei Schüsse und bat seine Frau, die Taschenlampe auszuschalten. Einige Momente später stellte er fest, dass sie bereits angeschossen und bewusstlos war. Die Einlieferung in die örtliche Klinik am Hafen kam zu spät.

Indra Hermawan, Polizeichef des Distrikts Mimika, sagte in einer Stellungnahme, dass sieben Beamte der mobilen Brigade der Polizei (Brimob) im Zusammenhang mit dem Todesfall untersucht würden. Es ist jedoch noch unklar, ob die Polizisten für den Tod verantwortlich gemacht werden. Ahmad Kamal, Polizeisprecher der POLDA Papua, behauptet, die Polizeibeamte hätten die Schüsse gefeuert, weil örtliche Bewohner die Beamte angreifen wollten, nachdem der vermeintliche Dieb um Hilfe geschrien und zu entkommen versucht hatte.