Indonesien hat ein dreijähriges Moratorium für die Entwicklung neuer Palmölplantagen verhängt. Gemäß dem von Präsident Joko Widodo unterzeichneten Erlass sollen in den kommenden drei Jahren keine weiteren Flächen für Palmölplantagen urbar gemacht werden, wie ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums am Donnerstag erklärte.

Ziel sei es, zur Senkung der Treibhausgasemissionen beizutragen, für eine bessere Umweltverträglichkeit des Anbaus zu sorgen, die Produktivität kleiner Produzenten zu steigern und für Rechtssicherheit zu sorgen, erklärte der Ministeriumsvertreter.

Palmöl wird in zahllosen Produkten von Keksen über Shampoo und Make-Up bis zur Schokocreme eingesetzt. Wegen einer stark gestiegenen Nachfrage auf dem Weltmarkt breiteten sich die Palmölplantagen auf der indonesischen Insel Sumatra sowie den indonesischen Teilen von Borneo und Neuguinea in den vergangenen Jahren enorm aus.

Ganze Urwälder wurden dafür gerodet und der Lebensraum vieler bedrohter Tierarten zerstört. Illegale Brandrodungen lösen zudem alljährlich riesige Waldbrände aus, deren Rauchwolken in weiten Teilen Südostasiens für Smog sorgen.

Das indonesische Umweltforum Walhi begrüßte das Moratorium. Es handele sich um einen positiven ersten Schritt in Richtung eines nachhaltigen Umgangs mit den Naturressourcen. Notwendig wäre allerdings ein für 25 Jahre geltendes Moratorium, erklärte die Organisation.

Das Europaparlament hatte Anfang des Jahres gefordert, den Einsatz von Palmöl für Biosprit bis zum Jahr 2021 komplett einzustellen.

 

Quelle: AFP, 20.September 2018