Die Vereinigung der Menschenrechtsanwälte für Papua PAHAM Papua hat einen Folterfall in Sentani, Jayapura dokumentiert. Am 10. September 2018 folterten sechs Mitglieder der Luftwaffe einen Mann namens Sukay Alwan Suebu in einer Polizeistation in der Nähe des Flughafens Sentani (Polsek KP3U Bandara Sentani) und im Schlafsaal der Luftwaffenbasis (LANUD) in Sentani. Er erlitt aufgrund der Folter Prellungen am ganzen Körper und musste im Krankenhaus ärztlich behandelt werden.

Sukay Alwan Suebu wurde von der Firma PT Jayawijaya entlassen, wo er neun Jahre lang gearbeitet hatte. Als er gegen 9.00 Uhr das Firmenbüro verließ, machte sich einer seiner Kollegen über seine Entlassung lustig und Sukay Suebu gab ihm eine Ohrfeige. Der Kollege rief daraufhin seinen Bruder an, der Mitglied der Luftwaffe und auf dem nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkt in Sentani stationiert ist. Kurze Zeit später fingen dieses und ein weiteres Mitglied der Luftwaffe Sukay Suebu auf seinem Heimweg ab und brachten ihn zu einer Polizeistation in der Nähe des Flughafens von Sentani (Polsek KP3U Bandara Sentani), wo beide das Opfer wiederholt mit der Faust ins Gesicht schlugen.

Kurz darauf kamen vier Militärs zur Polizeistation KP3U. Um 10.00 Uhr brachten die sechs Soldaten - alle Mitglieder einer Spezialeinheit der Luftwaffe PASKHAS LANUD - Sukay Suebu in den Schlafsaal des Luftwaffenstützpunkts. Sie banden Suebus Hände an einen Fahnenmast und schlugen und traten auf seinen Körper ein. Die Militärangehörigen forderten auch Sukay Suebus Kollegen auf, sich an der Folter zu beteiligen. Sie hörten auf, als ein Bewohner Zeuge der Folter wurde. Gegen 12.00 Uhr brachten die Militärangehörigen Sukay Suebu zurück in das PT Jayawijaya Büro und zwangen ihn, sich öffentlich bei dem Unternehmensleiter und dem Personal zu entschuldigen. Auf dem Weg nach Hause verlor Sukay Suebu das Bewusstsein und fiel Berichten zufolge vom Motorradtaxi. Seine Verwandten brachten ihn ins allgemeine Krankenhaus Yowari in Sentani, wo er zwei Tage medizinisch behandelt werden musste.