Der indonesische Präsident Joko „Jokowi“ Widodo hat Prabowo Subianto, seinen Herausforderer bei den Präsidentschaftswahlen 2014 und 2019 und Vorsitzender der Gerindra Partei, zum Verteidigungsminister ernannt.

Die überraschende Ernennung seines ehemaligen Rivalen kam ein Tag nach Jokowis Einführung in die zweite Amtszeit als Präsident Indonesiens. Er hatte die Wahl im April mit 55% der Stimmen gewonnen. Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass sich Jokowi in seiner Antrittsrede fast ausschließlich auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes konzentrierte, ohne sich zu Menschenrechtsfragen und zum Thema Strafverfolgung zu äußern.

Bei der Vorstellung seines neuen Kabinetts am 23. Oktober 2019 sagte Jokowi zu jedem der Minister*innen einige Sätze zu deren Person und zu seiner Hoffnung für die Arbeit des jeweiligen Ministeriums. Als Prabowo an der Reihe war, sagte Jokowi jedoch nur „Ich glaube, ich brauche nichts zu seinen Aufgaben zu sagen. Er kennt sich da besser aus als ich.“

Ex-General und ehemaliger Soeharto-Schwiegersohn Prabowo Subianto war bis zu seiner Entlassung 1998 Befehlshaber des Sondertruppenkommandos Kopassus und später des strategischen Heereskommandos Kostrad. Unter seinem Kommando waren Kopassus und Kostrad beteiligt an unzähligen Morden, Entführungen und Folterfällen, unter anderem in Osttimor und 1998 bei den Unruhen in Jakarta. In Westpapua leitete Prabowo 1996 die „Operation Mapenduma“ zur Befreiung von Geiseln der Unabhängigkeitsbewegung OPM. Bei anschließenden Vergeltungsschlägen, bei denen Hubschrauber mit dem Symbol des Internationalen Roten Kreuzes getarnt seien sollen, kamen viele Zivilisten im Hochland ums Leben.