Am 22. Juni 2017 folterten drei Soldaten den 34-jährigen Niko Hisage mutmaßlich sieben Stunden lang in der Militärbasis der Hochlandstadt Wamena. Der Vorfall geschah nachdem Niko Hisage und ein Offizier namens Lukas Mulai sich wegen drei von Hisages Kühen stritten, die angeblich für eine Feier zum Ende des Ramadans verkauft worden waren. Der Offizier bat darum, den Konflikt in der Polizeistation von Jayawijaya zu regeln. Als Niko Hisage mit seiner Frau und Lukas Mulai bei der Polizeistation...

Örtliche Menschenrechtsverteidiger der Region Paniai berichten, dass zwei Mitglieder des Militärs die Zivilisten Yus Degei und Piet Degei im Dorf Uwibutu im Landkreis Madi angegriffen und sie dabei schwer verletzt hätten. Der Vorfall ereignete sich um 9:00 Uhr Ortszeit am 1. Mai 2017, nachdem der Besitzer eines kleinen Ladens in Uwibutu die beiden Männer wegen Diebstahls beschuldigt und sie telefonisch bei der nahegelegenen 753 Militärbasis angezeigt hatte.

Nur wenige Minuten nach dem Anruf...

Zwischen 1. und 4. Mai 2017 organisierte die indonesische Regierung in Zusammenarbeit mit UNESCO und dem indonesischen Presserat PWI eine Veranstaltung zum jährlichen Gedenken an den Internationalen Tag der Pressefreiheit im Jakarta Convention Center (JCC) im Stadtteil Senayan. Zweck der Veranstaltung war die Beurteilung der globalen Pressefreiheit. Außerdem soll der internationale Tag der Pressefreiheit ein Zeichen für die Unabhängigkeit der Presse setzen und denjenigen Journalisten gedenken...

Das Bergbauunternehmen Freeport McMoran Inc., Betreiber der Grasberg Mine bei Timika in Westpapua, bekam nun erneut die Erlaubnis, Kupfer zu exportieren. Im Januar hatte die indonesische Regierung die Exportlizenz für Kupferkonzentrat entzogen und verlangt, dass das US-amerikanische Unternehmen mehr Steuern zahle und mehr in die Verarbeitung der Rohmaterialien vor Ort investiere. Ein Tag nach dem Besuch von US Vizepräsident Mike Pence bei Präsident Joko Widodo in Jakarta am 20. April konnte...

Am 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Die Hauptveranstaltung sowie die Verleihung des Guillermo Cano Preises für Pressefreiheit veranstaltet die UNESCO in diesem Jahr in Jakarta. In Westpapua gibt es aber keine Pressefreiheit. Ausländische Journalisten dürfen nicht in die Region reisen oder werden deportiert. Örtliche Journalisten werden immer wieder Opfer von Einschüchterung, Beschattung und Gewalt durch Sicherheitskräfte. Beteiligen Sie sich an der Kampagen Global mass...

Der Papua Indigenen Rat der Stammesregion Meepago hat von zunehmenden Spannungen in dem Gebiet um das Dorf Nifasi, Landkreis Nabire, berichtet. Grund für die Spannungen ist ein andauernder Konflikt zwischen zwei Bergbau-Unternehmen, die in dem Stammesgebiet der Wate Gold schürfen. Die indigenen Dorfbewohner in Nifasi sind direkt von dem Konflikt betroffen, der seit 2016 zu schwerer militärischer Präsenz am nah gelegenen Masairo Fluss geführt hat.

 

Goldabbau durch PT Krystalin Eka...

Der pazifische Staat Vanuatu hat wieder einmal vor der internationalen Gemeinschaft seine Besorgnis über die Menschenrechtssituation in Westpapua zum Ausdruck gebracht. Der Justizminister Vanuatus, Ronald K. Warsal, verlas während der 34. Sitzung des Menschenrechtsrat der UN in Genf am 1. März 2017 stellvertretend für sechs weitere Staaten, nämlich Tonga, Nauru, Palau, Tuvalu und die Marschallinseln eine Erklärung zu diesem Thema. Vanuatu hat in der Vergangenheit bereits ähnliche Statements...

Am 4. März rammte das 90-Meter lange Kreuzfahrtschiff „Caledonian Sky“ in der Dampir Straße vor Raja Ampat ein Korallenriff und beschädigte eine Fläche von über 13.000 Quadratkilometern. Berichten zufolge verließ sich die Schiffsbesatzung nur auf GPS Angaben, ohne die Tide in Betracht zu ziehen. „Der Kapitän steuerte das Schiff in ein Gebiet, das für Kreuzfahrtschiffe nicht zugänglich ist“ sagte Albert Nebore von der CII (Conservation International Indonesia). Das Schiff wog 4.200 Tonnen und...

Indonesien hat zwei französische Journalisten aus Westpapua deportiert. Jean Frank Pierre und Basille Marie Longchamp wurden bei Dreharbeiten für einen Dokumentarfilm über die Natur und Kultur der Provinz Papua festgenommen und mussten am 17. März über den Flughafen Timika das Land verlassen. Behörden in Jakarta gaben bekannt, dass die beiden lediglich normale Visa ohne Arbeitserlaubnis hatten.

Die beiden Filmemacher waren von der Fluggesellschaft Garuda Indonesia beauftragt worden. Pierre und...

Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Gesundheit, Dainius Pūras, der vom 22. März bis zum 3. April 2017 Indonesien besuchte, rief die Regierung dazu auf, die Budgetvergabe für Gesundheit im nationalen Haushaltsplan zu erhöhen. „Aber, mehr Investition in das Gesundheitswesen ist nur sinnvoll, wenn das System an sich effizient, transparent, verantwortlich und reaktionsstark in Hinblick auf die Bedürfnisse der Nutzer ist.“ so Pūras.

Indonesien sei auf dem richtigen Weg, ein gerechtes und...

Gemeinsam mit Watch Indonesia! in Berlin und der Weltorganisation gegen Folter (OMCT) in Genf hat das Westpapua-Netzwerk (WPN) einen Menschenrechtsbericht zur Lage in Indonesien beim UN Menschenrechtsrat eingereicht. Der 16-seitige Bericht erklärt die Situation von Gewalt durch Sicherheitskräfte, Verletzungen der Ausdrucks- und Versammlungsfreiheit, die Anwendung der Todesstrafe, Vergangenheitsaufarbeitung, die Rolle des Militärs sowie die Situation von Menschenrechtsverteidigern und indigenen...

Am 1. Dezember 1961 wurde erstmals öffentlich die Morgenstern-Flagge gehisst. Seit dem wird der 1. Dezember von vielen Papuas als „Unabhängigkeitstag“ gefeiert. Es finden jedes Jahr Kundgebungen statt, bei denen es auch häufig zu Gewaltausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräfte kommt.

In Jakarta demonstrierten am 1. Dezember 2016 die Allianz papuanischer Studierende (AMP) und eine Gruppe, die sich „Front Rakyat Indonesia“ (indonesische Volksfront) nennt gemeinsam. Die...

Steven Itlay, Vorsitzender der Abteilung Timika des Nationalen Komitees von West-Papua (Komite Nasional Papua Barat – KNPB) wurde am 22. November wegen „Aufwiegelung“ zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Timika befand ihn nach Paragraf 160 des indonesischen Strafgesetzbuchs (Kitab Undang-Undang Hukum Pidana – KUHP) schuldig. Danach werden „Personen strafrechtlich verfolgt, die in Wort oder Schrift öffentlich dazu aufwiegeln, eine Straftat, eine gewaltsame Handlung gegen...

Am 26. Oktober 2016, um ca. 23 Uhr eröffnete die Polizei im Stadtteil Sanggeng, Manokwari das Feuer auf eine Gruppe von Demonstranten, die eine Straßenblockade errichtet und Autoreifen verbrannt hatten. Dabei kam ein Mann ums Leben. Sechs weitere wurden schwer verletzt.

Die Gruppe indigener Papuas hatte die Straßenblockade aus Protest errichtet, nachdem ein örtlicher Bewohner namens Vigal Pauspaus von einem unbekannten Täter aus Makassar wegen einer unbezahlten Rechnung erstochen worden war...

Der UN Ausschuss zur Beseitigung von rassistischer Diskriminierung (CERD) hat ein Frühwarnverfahren zur Menschenrechtssituation in Westpapua initiiert. Nichtregierungsorganisationen hatten die Mitglieder des Ausschusses während ihrer 90. Sitzung vom 2.-26. August 2016 auf die wachsende Zahl der Menschenrechtsverletzungen und Ungerechtigkeit hingewiesen. Die Berichte der Zivilgesellschaft enthalten Beschreibungen von übermäßigem Einsatz von Gewalt, Verhaftungen, Tötungen, Folter, willkürliche...

Bei der Vollversammlung der UNO in New York haben am 23. September sieben pazifische Staaten vor der Versammlung ihre Sorge bezüglich der Menschenrechtssituation in Westpapua ausgesprochen. „Diese Versammlung kann und darf diese erbärmliche Situation nicht ignorieren. Sie darf sich nicht hinter dem Prinzip der Nichteinmischung und der Achtung der Souveränität eines Staates verstecken“ sagte der Vertreter Tuvalus. Auch Vanuatu, Nauru, die Solomonen Inseln, Tonga, Palau und die Marshall Inseln...

Jayapura, 25. 09. 2016 - In den letzten 50 Jahren ist die Zahl von Gewalttaten gegen Frauen in Westpapua gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das papuanische Komitee zur Eliminierung der Diskriminierung gegen Frauen. Am häufigsten kämen Fälle häuslicher Gewalt vor, gefolgt von Tötungen und willkürliche Verhaftungen durch Sicherheitskräfte.

Papuanische Frauen seien zudem vergleichsweise häufig Opfer interner Vertreibungen und sexueller Belästigung. Teammitglied Anike Mirino sagte bei der...

Ein Schüler der Oberstufe wurde am Morgen des 27. August in Sugapa im Landkreis Intan Jaya im Hochland Papuas von Brimob Mitgliedern (mobile Brigade der Polizei) getötet. Otinus Sondegau hatte mit Freunden auf der Straße Alkohol konsumiert als die Brimob Polizisten gerufen wurden. Sie jagten ihn und andere durch die Straßen und erschossen Sondegau vor seiner Haustür. Ein anderer Jugendlicher erlitt Berichten zufolge eine Schussverletzung an der Hand. Andere konnten den Kugeln knapp entkommen...

Am Samstag, den 23. Juli 2016 fand in Berlin eine Demonstration gegen die politischen Verhaftungen in Westpapua statt. Vor dem Reichstag und dem Brandenburger Tor machten papuanische Studierende sowie Deutsche und Indonesier aus der mehreren Teilen der Bundesrepublik gemeinsam auf die alamierende Zahl der Massenverhaftungen aufmerksam, die in den letzten Monaten enorm angestiegen ist.

Allein in den drei Monaten April - Juni dieses Jahres wurden 4.198 Menschen bei Demonstrationen verhaftet. Am...

29.07.2016 – Menschenrechtsanwältin Olga Helena Hamadi ist nach einer längeren Krankheitsphase gestern in einem Krankenhaus in Jayapura gestorben. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt.

Olga Hamadi arbeitete für die Rechtshilfeorganisation LBH Papua und die Kommission für Verschwundene und Opfer von Gewalt (KontraS Papua). Sie übernahm politisch sensible Fälle, meist von indigenen Papuas, die wegen ihrer Meinungsäußerungen oder ihrer Teilnahme an Demonstrationen wegen Hochverrat...