Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V./DIG Institut Gerechtigkeit und Frieden für Frauen / NUR

Donnerstag, 6. November 2014, 19:00 Uhr

Bürgerzentrum Alte Feuerwache

Melchiorstraße, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz) – Projektraum

Das indonesische Institut Gerechtigkeit und Frieden für Frauen (NUR) stellt Projekte von Theaterarbeit mit Frauen vor, in denen deren Erfahrungen mit Gewalt thematisiert wird. (mit Dorothea Rosa Herliany und Lena Simanjuntak, Karin Griese von medica mondiale und Dr. Susanna Smolenski, Dr. von Ehrenwall´sche Klinik)

Eine Gruppe indonesischer Künstlerinnen und Künstler engagiert sich seit Jahren – von Sumatra im Westen bis nach Papua im Osten des Archipels – auf unterschiedliche Art und Weise gegen Gewalt. Das sind konkrete grass root-Initiativen, vor allem mit Frauen, deren Traumata bearbeitet werden. Dafür steht das indonesische Institut Gerechtigkeit und Frieden für Frauen / NUR.

Frauen sind vielfältige Opfer willkürlicher Gewalt – sowohl in kriegerischen Auseinandersetzungen als auch bei häuslichen Konflikten, unter ökonomischen, politischen oder religiösen Vorzeichen.

In Indonesien bemüht sich seit 1999 das Institut Gerechtigkeit und Frieden für Frauen durch partizipative Theaterarbeit um marginalisierte Frauengruppen. In Schreibwerkstätten und mit selbstinszenierten Theateraufführungen wird zunächst den mitwirkenden Frauen eine Reflexion und Analyse ihrer Situation ermöglicht, die dann in öffentliche Bühnenaufführungen münden, in denen sie ihre aktuelle Lage thematisieren. Diese jeweils mehrmonatigen Prozesse sensibilisieren die Frauen zu einer Überprüfung der Ursachen und Konsequenzen mit staatlicher sowie privater Gewaltanwendung.

Die Aufführungen der gemeinsam erarbeiteten Stücke finden zunächst in der nachbarschaftlichen oder regionalen Umgebung statt; in vielen Fällen konnten auch Vorstellungen in der Hauptstadt Jakarta organisiert werden. Gespielt wurde in Kunst- und Kulturzentren, Universitäten, Theaterakademien, im Büro der Nationalen Menschenrechtsorganisation, in Schulen, Bürgerzentren und auf öffentlichen Plätzen.

An der Erarbeitung der jeweiligen Stücke wirken neben der Regisseurin Lena Simanjuntak und der Schriftstellerin und Journalistin Dorothea Rosa Herliany noch Psychologen, Sozialarbeiter, Mediziner, Pädagogen, Juristen mit.

Um einen Einblick in diese Arbeit gewinnen zu können, wird an Hand einer kurzen Filmdokumentation und durch Erläuterungen der Verantwortlichen sowie Gespräche aufgezeigt, was die Themen der einzelnen Projekte waren, welche Effekte erzielt werden konnten und welche Perspektiven solche Initiativen haben können.

Neben Lena Simanjuntak und Dorothea Rosa Herliany, die einen Überblick der gesamten Arbeit von NUR geben, sind Vertreterinnen des Orchide Teater-Papua eingeladen, um konkrete Erfahrungen zu schildern.

In einem Referat von Dr. Susanna Smolenski, Ehrenwallsche Klinik - Ahrweiler, und Gesprächen mit Karin Griese, medica mondiale, werden die Voraussetzungen und Wirkungen dieser Art von Trauma-Bewältigung erörtert.

Entwurf Programmablauf

Begrüßung (Karl Mertes)

Rezitation (Dorothea Rosa Herliany)

Dokumentarfilm "Frauen-Theaterarbeit in Indonesien" (Herri Ketaren)

Ca. 19:30 Uhr Zielsetzungen und Aktivitäten von NUR. Karin Griese von medica mondiale im Gespräch mit Dorothea Rosa Herliany und Lena Simanjuntak, Institut Gerechtigkeit und Frieden für Frauen

Keine Gewalt gegen Frauen: Psychotraumatologie Dr. Susanna Smolenski, Dr. von Ehrenwall’sche Klinik, Ahrweiler

Stichworte zu Papua (Karl Mertes)

Erfahrungen mit der Theaterarbeit: Karin Griese im Gespräch mit Vertreterinnen des Orchide Teater

ca. 20.45 Uhr Rezitation Dorothea Rosa Herliany

Kontakt: Karl Mertes (0221 – 73 28 056 / mertes@dig-koeln.de)