Der Jokowi-Effekt

Stuttgart, 14.-16. November 2014

Indonesien, die drittgrößte Demokratie und das größte muslimische Land der Welt, hat am 9. April dieses Jahres neue Parlamente und am 9. Juli einen neuen Präsidenten gewählt.

Der Spitzenkandidat der PDI-P, Joko Widodo, gewann auch die Präsidentschaftswahl mit 53,15% der Stimmen. "Jokowi", wie er in Indonesien genannt wird, hat sich einen Namen als Politiker der kleinen Leute gemacht und steht für die Festigung der Demokratie, religiöse Toleranz, eine gerechtere Verteilung des wachsenden Wohlstands und konsequente Reformen der korrupten Bürokratie. Wenn er am 20. Oktober ins Amt kommt, ist er der erste Präsident des Landes, der keinerlei Beziehungen zum ehemaligen Suhartoregime hat, er steht damit auch für einen Generations- und Elitenwechsel. Er war der Hoffnungskandidat ärmerer Schichten ebenso wie der der Intellektuellen, Künstler und nicht zuletzt vieler Christen.

Dennoch hat Widodo keine leichte Aufgabe vor sich: Er wird schon bei der Wahl seiner Minister Kompromisse eingehen müssen, und er braucht die Unterstützung weiterer Parteien im Parlament. Die Wirtschaft benötigt einen Reformschub, der Druck militanter islamistischer Gruppen auf die Politik hält an und ein mangelhaftes Gesundheits- und Bildungssystem geht mit wachsender sozialer Ungleichheit einher.

Das Indonesienreferat der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) veranstaltet eine Tagung zum bewegten Wahljahr im Inselstaat sowie zu den Perspektiven des Landes und besonders der Christen nach den neuen Weichenstellungen.

Flyer und Programm der Tagung