Selbstverständnis
Um Entwicklungen in der EinenWelt zu verstehen und verantwortlich mitzugestalten, sind wir mit der Region Waropen im östlichen Indonesien partnerschaftlich verbunden.
Durch menschliche Kontakte versuchen wir, die weltweite ökumenische Gemeinschaft der Kirchen solidarisch zu leben.
Unsere PartnerInnen in Waropen leben zumeist in überschaubaren Siedlungen an der Nordwestküste Neuguineas, der zweitgrößten Insel der Welt. Sie nennen sich Papua.
Allein in dieser Region, die der Größe Schleswig-Holsteins vergleichbar ist, leben etwa zehn verschiedene Papua-Völker mit je eigenen Sprachen und Kulturen an der Küste oder in sumpfigen Gebieten im tropischen Regenwald. Ein Teil von ihnen sind Wald-Nomaden. Jagd, Fischfang und Bewirtschaftung ihrer Urwaldgärten bilden die Grundlagen ihrer Existenz.
Nach der Okkupation Papuas durch Indonesien in den 1960-er Jahren wurde Bahasa Indonesia als verpflichtende, übergreifende Amtssprache durchgesetzt. Die Infrastruktur kennt keine Überlandstraßen, elektronische Kommunikationsnetze befinden sich im schwierigen Aufbau.
Im AK Papua kommen etwa alle zwei Monate zehn Frauen und Männer aus unterschiedlichen Gemeinden der Nordpfalz als Nord-Süd-Arbeitskreis zusammen. Die zwischen 18 und 78 Jahren alten ehrenamtlich Engagierten beraten aktuelle Entwicklungen in Papua, bereiten Aktionen vor und begleiten sie.
Weil die Ev. Kirche der Pfalz ökumenische Trägerin der Partnerschaft ist, ist der Arbeitskreis auch für Menschen anderer Konfessionen und Traditionen offen.
1989 wurden erste Kontakte zwischen der Pfälzischen Landeskirche und der heutigen Gereja Kristen Injili di Tanah Papua (GKI - Evangelische Kirche im Lande Papua) in Indonesien geknüpft. Das damalige Amt für Weltmission und Ökumene in Landau und die Basler Mission waren daran beteiligt.
Um die Partnerschaft der Kirchen konkret auch an der Gemeindebasis zu verankern, wurde 1993 die Gestaltung der Kontakte auf die Klasis Waropen (Kirchenbezirk Waropen) und den nordpfälzer Kirchenbezirk Rockenhausen sowie die Kirchengemeinde Erfenbach übertragen. Dem 1994 gegründeten Arbeitskreis in der Pfalz gehörten zunächst Delegierte aus allen beteiligten Kirchengemeinden an.
Inzwischen wurde das Delegationsprinzip ersetzt durch Interessierte aus den Gemeinden und entwicklungspolitisch engagierte BürgerInnen. Die rechtliche Zuständigkeit ist Angelegenheit der Ev. Kirche der Pfalz, die Finanzen werden beim Protestantischen Dekanat Rockenhausen verwaltet, Koordination und Administration teilen sich die Ev. Arbeitsstelle in der Nordpfalz und der Missionarisch Ökumenische Dienst.
Die Kosten des Arbeitskreises werden durch Umlagefinanzierungen der Kirchengemeinden gedeckt.

Unsere Mitglieder sind
- die Kirchengemeinden im Protestantischen Dekanat Rockenhausen und die Protestantische Kirchengemeinde Erfenbach
- die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)
- der Missionarisch Ökumenische Dienst, Landau (MÖD)
- die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft in der Nordpfalz

Aufgaben und Ziele
Wir wollen in enger Abstimmung mit den PartnerInnen in Papua und durch kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk ELAN, mit regionalen EineWelt-Initiativen, mit Menschenrechts- und Regenwaldgruppen im bundes- und europaweiten Netzwerk der Papua-Gruppen, der Kirchen und Missionsgesellschaften Nord-Süd-Entwicklung gestalten. Wir fragen mit den Papua nach Zukunftsmöglichkeiten in der EinenWelt und wollen die Länder und Verhältnisse des Südens nicht nach der Denkweise des Nordens entwickeln.
Gemeinsam bemühen wir uns, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen, Entwicklungen und Perspektiven in Papua kennenzulernen und zu verstehen.
Zugleich ist es unser Anliegen, Papua darin zu unterstützen, sich ein umfassendes Bild von Deutschland und Europa zu machen.
Nur durch Begegnung und Dialog kann miteinander eine Partnerschaft auf Augenhöhe entwickelt und können die Verschiedenheiten der Kulturen und Lebensweisen als Reichtum erlebt werden.
Wir tragen die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Partnerschaftsarbeit auch in die kirchliche und gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein.
Damit, so hoffen wir, kann unser Nord-Süd-Kontakt den Gedanken der Toleranz und der Völkerverständigung auch in unserem Lebensraum stärken.