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Aktuelles aus Westpapua

Militärpräsenz in Westpapua: Menschenrechtsorganisationen und indigene Gemeinschaften schlagen Alarm

Militärpräsenz erhöht Risiken für Menschenrechtsverletzungen

Anfang Januar 2026 wurde bekannt, dass das indonesische Militär (TNI) in drei Bezirken der Provinz Papua neue Bataillone stationiert hat. Nach Angaben der Papua Legal Aid Foundation (LBH Papua) wurden sogenannte Territorial Development Battalions (TP) in den Bezirken Biak Numfor Regency, Supiori Regency und Waropen Regency gebildet.

LBH Papua warnt, dass die zusätzliche Militärpräsenz das Risiko weiterer Menschenrechtsverletzungen erheblich erhöhe. In Westpapua stieg die Intensität von Gewalt durch Sicherheitskräfte in der Vergangenheit proportional mit sicherheits- und militärpolitischen Maßnahmen. Eine Ausweitung militärischer Strukturen könne daher bestehende Konflikte verschärfen und zu weiteren Menschenrechtsverletzungen führen.

Offiziell sollen die neuen Bataillone Programme zur Ernährungssicherung, Infrastrukturentwicklung, öffentlichen Gesundheit und wirtschaftlichen Stärkung unterstützen. Nach Einschätzung von LBH Papua überschreitet diese Aufgabenbeschreibung jedoch den gesetzlichen Auftrag des Militärs und widerspricht menschenrechtlichen Standards. Die Organisation befürchtet eine weitere Militarisierung ziviler Lebensbereiche.

Protest indigener Gemeinschaften

Auch indigene Vertreter*innen in Biak äußern deutlichen Protest. Nach ihren Angaben trafen Ende November 2025 rund 1.700 Soldaten per Schiff in Biak ein. Teile der Truppen wurden in Wamure (Ost-Biak) sowie im Bezirk Supiori stationiert.

Die Präsenz der Soldaten habe in der Bevölkerung große Verunsicherung ausgelöst und beeinträchtige das Alltagsleben der indigenen Gemeinschaften erheblich. Zudem sei die Bevölkerung im Vorfeld kaum informiert worden. Land für militärische Einrichtungen sei in nicht-öffentlichen Gesprächen mit einzelnen Personen zur Verfügung gestellt worden.

Kirchliche und zivilgesellschaftliche Akteure werden aufgerufen, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich weiterhin für Dialog, Rechtsstaatlichkeit und den Schutz der Menschenrechte in Papua einzusetzen.

Hier geht es zu einer aktuellen Pressemitteilung des WPN gemeinsam mit der VEM zu den Themen Militarisierung und Landraub in Westpapua.