Auch in den vergangenen Wochen und Monaten sind weiterhin zahlreiche Fälle von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in Westpapua dokumentiert worden. So berichtete Human Rights Monitor u.a. von einem Fall von Ende März, bei dem indonesische Sicherheitskräfte im Bezirk Kamu, Regierungsbezirk Dogiyai in der Provinz Zentrales Papua, wahllos auf Zivilist*innen geschossen haben.
Eskalation nach Angriff auf Polizeibeamten
Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf die Tötung eines Polizisten, der am 31. März 2026 gegen 09:50 Uhr von einer unbekannten Person angegriffen und dabei tödlich verletzt wurde. Kurz darauf trafen gemeinsame TNI–Polri-Kräfte am Tatort ein. Laut Zeugenaussagen eröffneten die Sicherheitskräfte in der Umgebung des Marktes von Moanemani sowie in angrenzenden öffentlichen Bereichen das Feuer.
Ausweitung der Gewalt gegen Zivilist*innen
Ab dem späten Vormittag bis in den Nachmittag hinein weiteten sich die Sicherheitsoperationen auf Wohngebiete aus. Insgesamt wurden während dieser Einsätze acht Zivilist*innen angeschossen, darunter zwei Minderjährige sowie eine ältere Frau, die in ihrem Haus im Dorf Ikebo durch eine Kugel getötet wurde.
Am Abend des 31. März 2026 kam es zu weiterer Gewalt, darunter zusätzliche Schusswaffeneinsätze sowie Brandstiftungen. Mehrere Fahrzeuge, darunter Lastwagen und Motorräder, wurden laut Berichten in Brand gesetzt.
Der Einsatz und die Gewalt dauerten mehrere Tage an.
