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Abholzung in Westpapua (Foto: Antoine Lemaire)

Abholzung in Westpapua – 1.488 Hektar Wald zwischen Januar und Mai 2020 gerodet

Nach Angaben des Centre for Study, Documentation and Advocacy on Peoples‘ Rights (Pusaka) wurden zwischen Januar und Mai 2020 in Westpapua 1.488 Hektar Waldgebiet abgeholzt. Dies entspricht einer Größe von 2.084 Fußballfeldern. Der Großteil der Abholzungsaktivitäten stand im Zusammenhang mit der Ausweitung von Palmölplantagen. Pusaka hat die Daten auf der Grundlage von Feldberichten und der Analyse von Satellitenbildern zusammengestellt.

Die größten Flächen wurden Berichten zufolge innerhalb der Konzessionsgebiete der Palmölunternehmen PT. Medco Papua Hijau Selaras im Landkreis Manokwari, Provinz Papua Barat und PT. Internusa Jaya im Landkreis Merauke, Provinz Papua, abgeholzt, wobei jedes Unternehmen eine Fläche von 372 Hektar abdeckt. Waldflächen wurden auch von Palmölunternehmen in den Landkreisen Boven Digoel und Teluk Bintuni abgeholzt. Pusaka behauptet, dass einige dieser Unternehmen ihre Konzessionsgenehmigungen Berichten zufolge auf nicht-legalem Wege erhalten haben. Andere werden der Umweltverschmutzung, der Abholzung geschützter Gebiete mit hohem Kohlenstoffbestand und unfairer Kompensationszahlungen an die Inhaber der üblichen Landrechte beschuldigt.

Pusaka unterstrich, dass Plantagen und illegale Goldminen angesichts der aktuellen COVID-19-Pandemie ebenfalls ein Problem darstellen. Das Virus könne sich durch die Rekrutierung neuer Arbeitskräfte, die oft von außerhalb Westpapuas angeworben werden, rasch in entlegene Gebiete ausbreiten. Indigene Gemeinschaften sind besonders gefährdet, sich anzustecken. Der Mangel an funktionierenden Gesundheitseinrichtungen in diesen Gebieten könnte für indigene Völker, deren Häuser sich in der Nähe von Plantagen oder Minen befinden, tödlich sein. Besonders illegale Goldminen, in denen indigene Völker oft als Tagelöhner angestellt werden, können zu einem Brennpunkt für COVID-19-Übertragungen werden und ganze Gemeinden in Gefahr bringen.