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Aktuelles aus Westpapua

NGO dokumentiert systematische Ressourcenausbeutung in Westpapua

Die People’s Earth Heritage Foundation (Pusaka) warnt vor der fortlaufenden Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in Westpapua. Ihr Bericht „As Usual, We’re Not Considered to Exist: A Year Full of Plundering Papua’s Natural Resources“ zeigt, dass die Region wiederholt für nationale Interessen „geopfert“ wird.

Vier Muster der Ressourcenausbeutung

Pusaka identifiziert vier zentrale Strategien der Regierung:

  • Autokratische Legalität
    • Gesetze werden angepasst, um Projekte zu legitimieren – selbst, wenn sie gegen bestehende Vorschriften verstoßen.
    • Beispiel: Straßenbau in Merauke begann ohne Umweltverträglichkeitsprüfung (Amdal) und wurde erst später rechtlich nachträglich abgesichert.
  • Rechtliche Kolonialisierung
    • Traditionelle Gewohnheitsrechte der indigenen Bevölkerung werden staatlichen Gesetzen untergeordnet.
    • Das sogenannte Customary Law verliert dadurch praktisch an Wirkung und die Selbstbestimmung der Gemeinschaften wird eingeschränkt.
  • Militarisierung
    • Große Entwicklungsprojekte werden vom Militär begleitet bzw. geschützt.
    • Geplant sind rund 450 Bataillone mit insgesamt etwa 450.000 Soldaten, um Landwirtschafts- und andere staatliche Programme abzusichern.
  • Einsatz staatlicher Unternehmen
    • Staatsbetriebe und der Staatsfonds Danantara dienen der Profitmaximierung aus Ressourcenausbeutung.
    • Projekte betreffen unter anderem Reis- und Biokraftstoffproduktion, unterstützt von Unternehmen wie PT Agrinas Palma Nusantara.

„Westpapua als Opfer für nationale Selbstversorgung“

Pusaka beschreibt diese Maßnahmen als wiederholte „robbery of nature“, also als Raub der natürlichen Ressourcen Westpapuas, der offiziell mit nationaler Nahrungs- und Energieselbstversorgung gerechtfertigt wird. In der Praxis führten sie jedoch zu wiederholtem Ressourcenraub und zur Einschränkung der Rechte der lokalen Bevölkerung.

Lokaler Widerstand und Solidarität

Trotz der Herausforderungen leisten die Gemeinschaften vor Ort aktiven Widerstand:

  • Traditionelle Papua-Frauen („Mama-Mama“) kämpfen gegen extraktive Projekte.
  • Solidarität und internationale Beobachtung bleiben entscheidend.