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#Together4Forests Kampagne

Seit Februar 2022 unterstützt das Westpapua-Netzwerk die #Together4Forests Kampagne. Together4Forests ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen mit einem gemeinsamen Ziel: Wir setzen uns ein für einen europaweiten Appell an die EU zum Schutz und der Wiederherstellung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen. Gemeinsam setzen sich die Unterstützer der Kampagne für ein wirksames EU-Gesetz zum Stopp der europäisch verantworteten globalen Naturzerstörung ein.

Die Zerstörung des Regenwaldes zugunsten von Food Estate Programmen oder dem Anbau von Ölpalmenplantagen in Westpapua, Infrastrukturprojekte, deren Vorteile nicht bei den Papuas landen – und die mit allen oft einhergehenden Menschenrechtsverletzungen – all das betrifft auch uns in Europa, wenn das Palmöl, das in Papua angebaut wird, in unseren Produkten landet oder Holzprodukte aus Papua in unsere Märkte fließen.

Hintergrund:

Die EU ist der zweitgrößte Verursacher der Abholzung von Tropenwäldern und der damit verbundenen Emissionen. Zwischen 2005 und 2013 verursachte sie durch ihre Einfuhren von Agrarrohstoffen mehr Entwaldung als jedes andere Land, bevor sie 2014 von China überholt wurde. Im Zeitraum 2005-2017 verursachten die Einfuhren der EU die Abholzung von 3,5 Millionen Hektar und den Ausstoß von 1.807 Millionen Tonnen CO2. Dies entspricht 40 % der jährlichen Gesamtemissionen der EU. Obwohl die Entwaldung im Zusammenhang mit ihren Einfuhren zwischen 2005 und 2017 stetig um etwa 40 % zurückging, war die EU 2017 für 16 % der Entwaldung im Zusammenhang mit dem internationalen Handel verantwortlich, was insgesamt 203 000 Hektar und 116 Millionen Tonnen CO2 ausmacht. Damit liegt sie nach China (24 %), aber vor Indien (9 %), den USA (7 %) und Japan (5 %). Soja, Palmöl und Rindfleisch waren die Waren mit der größten eingebetteten Tropenwaldzerstörung, die in die EU importiert wurden, gefolgt von Holzprodukten, Kakao und Kaffee. Die größte Entwaldung war bei Einfuhren aus Brasilien, Indonesien, Argentinien und Paraguay zu verzeichnen. Aufgrund der nicht nachhaltigen Lieferketten in der EU zerstören wir unwissentlich unseren Planeten.

Wie kann das geändert werden?

Zurzeit diskutieren die EU-Regierungen über neue Rechtsvorschriften. Der Gesetzentwurf, der im November 2021 von der EU-Kommission vorgelegt wurde soll Unternehmen dazu verpflichten, ihre Lieferketten transparent zu machen und Produkte, für die Wald zerstört wurde, vom EU-Markt zu verbannen. Dieses neue Gesetz hat das Potenzial, die Auswirkungen des EU-Konsums auf die Natur und die Menschenrechte zu verringern und Unternehmen und Finanzinstitute zur Verantwortung zu ziehen.

Der Gesetzentwurf ist gut, muss aber noch besser werden. So soll die EU insbesondere der Einhaltung von Menschenrechten in dem Gesetz stärkeres Gewicht verleihen. Nur so werden insbesondere die Rechte indigener Gemeinschaften wirksam geschützt, deren Lebensgrundlagen durch Zerstörung von Ökosystemen bedroht sind – auch in Westpapua. Ein weiterer Kriikpunkt ist, dass die EU-Kommission erst zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes prüfen will, ob wertvolle Ökosysteme mit geringer oder keiner Bewaldung – wie Savannen, Grasland oder Feuchtgebiete – auch durch das Gesetz geschützt werden sollen. Vereinfachte Sorgfaltspflichten oder Freifahrtscheine für bestimmte Regionen, die Schlupflöcher öffnen, darf es nicht geben. Nur mit starken Sanktions- und Kontrollmechanismen sowie einem Zugang der Betroffenen zu Gerichten wird sich die Waldzerstörung in unseren Lieferketten stoppen lassen. Deshalb fordern wir die Bundesregierung dazu auf, sich für ein starkes Lieferkettengesetz in der EU einzusetzen!

Was können wir tun?

Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, sich für ein starkes Lieferkettengesetz in der EU einzusetzen. Hierfür ist es unter anderem wichtig, dass sich die Bundesregierung dabei für einen starken Menschenrechtsschutz einsetzt und gleichzeitig darauf drängt, dass die EU-Kommission mit dem ebenfalls angekündigten, aber immer wieder verschobenen, EU-Lieferkettengesetz endlich zügig umfassende Menschenrechtsregeln für globales Unternehmenshandeln vorlegt.

Mach mit und werde Teil der Bewegung #Together4Forests! Das Westpapua-Netzwerk berichtet hier regelmäßig über aktuelle Aktionen, die Teil dieser Kampagne sind. Eine erste Mail-Aktion endete am 15. März 2022.